Das Fahrrad als wichtiges Verkehrsmittel in der COVID-19 Krise

(veröffentlicht am 16.4.2020)

Die Gesundheit der Menschen in Österreich hat oberste Priorität. Eine wichtige Rolle spielen dafür aber nicht nur jene Maßnahmen, die von der Bundesregierung zur Eindämmung des COVID-19 Virus erlassen wurden. Auch körperliche Bewegung und sportliche Betätigung haben einen hohen Einfluss auf die physische und mentale Gesundheit – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der geltenden Ausgangsbeschränkungen. Insbesondere dem Fahrrad kommt hier eine große Bedeutung zu.

Das Fahrrad – in doppelter Hinsicht ein gesundes Verkehrsmittel

Das Fahrrad ist in diesen Krisenzeiten systemrelevant und wichtiges Verkehrsmittel, um notwendige Strecken (Apotheke, Arzt, Lebensmitteleinkauf, Lieferservice) zurückzulegen. Dabei erfüllt es eine doppelte Funktion für die Gesundheit: Es kann einerseits das Ansteckungsrisiko minimiert und andererseits die eigene Gesundheit gestärkt werden.

Beim Fahrradfahren wird der erforderte Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter auf natürliche Art eingehalten. Außerdem werden auf dem Fahrrad weniger Oberflächen berührt. Dabei geht es nicht nur um Griffe in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch um Laternen an Fußgängerübergängen und vieles mehr. Zusätzlich wird aber auch der öffentliche Nahverkehr entlastet und die Personendichte reduziert. Dadurch können die nötigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.

Nicht zuletzt hat das Fahrradfahren positive Auswirkungen auf die eigene Gesundheit. Bestimmte gesundheitliche Vorerkrankungen können sich auf den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung auswirken. Fahrradfahren kann nachweislich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung senken und stärkt Immunsystem und Lungenmuskulatur. Doch nicht nur der Krankheitsverlauf kann positiv beeinflusst werden: Fahrradfahren hat für viele Menschen einen positiven Effekt auf das seelische Wohlbefinden. Das ist vor allem vor dem Hintergrund der Ausgangsbeschränkungen ein wichtiger Faktor.

Mobilitätswende nach der COVID-19 Krise in Sicht

„Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der gesunden Mobilität – jetzt mehr denn je. Doch es ist viel weiter nach vorne zu blicken: Wenn jetzt viele Menschen den Wert des Fahrrades als Verkehrsmittel für Alltagsstrecken erkennen, können die Mobilitätsgewohnheiten nachhaltig verändert werden. Das kann zu einer Mobilitätswende weit nach der COVID-19 Krise führen“, erklärt Michael Nendwich, Vorsitzender Berufszwei Sportartikelhandel WKO.

Ein erster Grundstein für die Mobilitätswende wurde mit der Vorsteuerabzugsfähigkeit für Diensträder mit 1.1.2020 gelegt. Viele Unternehmen sind vor allem jetzt von der Bedeutung des Fahrrades überzeugt und fragen im Sportfachhandel vermehrt Jobräder für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Auch das E-Bike ist längst in der breiten Bevölkerung angekommen und verhilft neuen Zielgruppen zu einer individuellen und gesunden Mobilität. Dieser Mobilitätstrend sollte auch nach der Krisensituation durch entsprechende Rahmenbedingungen gefördert werden.

Den heimischen Sportfachhandel stärken

Die österreichische Sportartikel- und Fahrradbranche kann und möchte ihren Beitrag zur körperlichen und mentalen Gesundheit leisten. Der VSSÖ und die ARGE Fahrrad als übergeordnete Branchenvertreter haben sich deshalb für eine Öffnung der stationären Verkaufsflächen mit 14. April ausgesprochen. Die Entscheidung der Regierung für eine Teilöffnung des Handels wird auch aus wirtschaftlicher Sicht unterstützt: Gerade jetzt gilt es, die heimische Wirtschaft zu stärken.

„In der jetzigen Zeit steht Solidarität an erster Stelle. Es freut uns, dass sich die verschiedensten Initiativen für den Kauf bei regionalen Händlern stark machen. Das gleiche gilt auch für den Sportartikelhandel – jedes gekaufte Fahrrad im Fachhandel stärkt die heimische Wirtschaft. Und das ist heute wichtiger als je zuvor“, appelliert Gernot Kellermayr, Präsident des VSSÖ.