Von 15. bis 17. September trafen sich Industrie, Fahrradfachhandel und weitere Branchenakteur:innen in der Brandboxx Salzburg. Über 100 Marken präsentierten auf mehr als 2.850 m² ihre Produkte, Neuheiten und Serviceangebote.Nach derzeitigem Stand hat die Veranstaltung das Vorjahresniveau deutlich übertroffen – sowohl bei der Zahl der Aussteller als auch bei der Besucherfrequenz und der Zahl der anwesenden Händler:innen. Eine detaillierte Auswertung der Kennzahlen folgt nach Abschluss der Nachbereitung.
Marktüberblick und Ordervorbereitung an einem Standort
Austria on Bike bot einen konzentrierten Überblick über zentrale Bereiche des österreichischen Fahrradmarkts. Das Angebot reichte von Fahrrädern und E-Bikes über Komponenten und Zubehör bis hin zu Werkstatt- und Serviceleistungen.
Als reines B2B-Format bündelte die Veranstaltung zahlreiche Gespräche und Informationen an einem Standort. Händler:innen konnten bestehende Kontakte vertiefen, neue Anbieter kennenlernen, Modelle vergleichen und ihre Sortiments- und Orderentscheidungen für die kommende Saison vorbereiten.
Für Industrie und Fachhandel bedeutet das kurze Wege und eine effiziente Möglichkeit, Marktbeobachtung, Produkterlebnis und persönliche Gespräche miteinander zu verbinden.
„Austria on Bike bündelt nahezu den gesamten Markt an einem Standort und in drei Tagen. Für die Industrie ist es das zentrale B2B-Format im österreichischen Fahrradmarkt – und für den Fachhandel eine kompakte Entscheidungshilfe für Sortimentsplanung und Order“, sagt Franz Koll, VSSÖ-Präsidiumssprecher.
Produkterlebnis und Fachprogramm ergänzen die Ausstellung
Neben der Ausstellung konnten die Besucher:innen auf dem Testparcours Fahrrad- und E-Bike-Modelle direkt vor Ort erproben. Das ergänzte die Gespräche mit Marken und Lieferant:innen um praktische Produkterfahrungen.
Das Fachprogramm widmete sich Themen aus Verkauf, Beratung, Werkstatt und Sortimentsplanung. Damit verband Austria on Bike Marktüberblick, Produkttests und Wissensvermittlung in einem Format.
Für Fachhändler:innen entsteht daraus ein konkreter Nutzen: Produkte und Services können nicht nur kennengelernt, sondern direkt verglichen und im Austausch mit den jeweiligen Ansprechpartner:innen eingeordnet werden.
Austria on Bike Lehrlingstag: Rund 70 Lehrlinge nahmen teil
Ein besonderer Schwerpunkt war die Premiere des Austria on Bike Lehrlingstags. Rund 70 Lehrlinge nutzten den Tag, um ihr Produktwissen zu erweitern, Kontakte zur Industrie zu knüpfen und praktische Einblicke in Beratung und Werkstatt zu erhalten.
Erstmals waren Lehrlinge aus allen drei relevanten Lehrberufen vertreten:
- Einzelhandel mit Schwerpunkt Sportartikel
- Sportgerätefachkraft
- Fahrradmechatronik
Damit brachte der Lehrlingstag unterschiedliche Ausbildungswege zusammen, die für den Sport- und Fahrradfachhandel von Bedeutung sind.Im Mittelpunkt standen der Austausch mit Unternehmen und Industrievertreter:innen sowie Einblicke in die praktische Arbeit. Die Lehrlinge konnten Fragen zu Produkten stellen, ihr Wissen vertiefen und die Verbindung zwischen Ausbildung, Beratung und Werkstattpraxis kennenlernen.
Besonders gut kam die Social-Media-Challenge an: Die Lehrlinge produzierten Instagram-Reels rund um die Messe und setzten sich dabei kreativ mit den Ausstellern, Produkten und Eindrücken von Austria on Bike auseinander. Das beste Reel gewinnt 400 Euro.
Brandboxx Salzburg bewährt sich als Veranstaltungsort
Bereits 2025 kehrte Austria on Bike in die Brandboxx Salzburg zurück. Dort hatten bereits die ersten Veranstaltungen der ARGE Fahrrad ihren Ursprung. Die Nutzung von drei Hallen, des Foyers und der Außenfläche ermöglichte eine klare Struktur und kurze Wege zwischen Ausstellung, Testparcours und Fachprogramm. Der zentrale Standort unterstützte damit einen effizienten Messebesuch für Aussteller, Händler:innen und weitere Branchenakteur:innen.
VSSÖ bringt all-ride Werkstattzertifizierung nach Österreich
Im Rahmen der Austria on Bike 2026 wurde außerdem angekündigt, dass der VSSÖ die VSF all-ride Werkstattzertifizierung nach deutschem Vorbild in Österreich umsetzen wird. Die ersten Schulungen sollen im Winter 2026/27 starten.
Das Modell verbindet:
- eine Grundlagenschulung
- definierte Qualitäts- und Organisationskriterien
- ein Audit des jeweiligen Betriebs
- konkrete Handlungsempfehlungen für die Werkstattpraxis
Ziel ist es, Abläufe zu strukturieren, Qualität nachvollziehbar zu machen und Betriebe bei der Weiterentwicklung ihres Werkstattgeschäfts zu unterstützen.
Uwe Wöll, Geschäftsführer des deutschen Verbund Service und Fahrrad, beschreibt den Ansatz so: „all-ride soll den Fachhandel nicht mit zusätzlicher Bürokratie belasten, sondern im Alltag konkret helfen – mit klaren Abläufen, nachvollziehbaren Standards und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung von Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.“
Auch aus Sicht des österreichischen Fachhandels steht der praktische Nutzen im Vordergrund. Michael Nendwich, Sprecher des Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer Österreich und Geschäftsführer des VSSÖ, sagt: „Die Werkstatt ist für Fachhändler:innen ein stabiler Ertragspfeiler. Eine strukturierte Zertifizierung kann helfen, Qualität sichtbar zu machen, Prozesse zu schärfen und Ertragspotenziale im Servicegeschäft besser zu nutzen.“
Nach den im Rahmen des Projekts genannten Erfahrungswerten kann eine strukturierte Werkstattorganisation den Ertrag im Werkstattgeschäft um bis zu 20 Prozent steigern. Voraussetzung dafür sind klare Abläufe und eine konsequente Umsetzung im jeweiligen Betrieb.
Was Austria on Bike 2026 für die Branche bedeutet
Austria on Bike 2026 hat mehrere für die Branche relevante Funktionen miteinander verbunden:
- Marktorientierung: Über 100 Marken boten einen kompakten Überblick über Produkte, Neuheiten und Services.
- Sortiments- und Orderplanung: Persönliche Gespräche und Produktvergleiche unterstützten die Vorbereitung der kommenden Saison.
- Praxistransfer: Testparcours und Fachprogramm stellten den Bezug zu Beratung, Verkauf und Werkstatt her.
- Qualifizierung und Nachwuchsförderung: Rund 70 Lehrlinge aus drei relevanten Lehrberufen erweiterten ihr Produktwissen beim ersten Austria on Bike Lehrlingstag und erhielten praktische Einblicke in Beratung und Werkstatt.
- Vernetzung und Austausch: Industrie, Fachhandel, Aussteller:innen, Lehrlinge und weitere Branchenakteur:innen kamen miteinander ins Gespräch, vertieften bestehende Kontakte und knüpften neue Verbindungen.
- Weiterentwicklung des Fachhandels: Mit der all-ride Werkstattzertifizierung wurde ein konkreter Ansatz für Qualität, Organisation und Wirtschaftlichkeit vorgestellt.
Foto: Der VSSÖ bringt die VSF all-ride Werkstattzertifizierung nach Österreich. Auf dem Foto: Wolfgang Haberstock (Projektmanager ARGE Fahrrad und ARGE Fahrradfachhandel), Uwe Wöll, Geschäftsführer VSF, Hans-Jürgen Schoder (VSSÖ-Präsidiumsmitglied und Sprecher der ARGE Fahrrad).