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Factbox Gesamt 2025: Sport- und Fahrradfachhandel bleibt starke Säule der heimischen Wirtschaft

Bergheim, 24. März 2026. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds zeigt der österreichische Sport- und Fahrradfachhandel 2025 eine bemerkenswerte Stabilität. Der Umsatz lag bei 2,41 Mrd. Euro, rund 14.370 Menschen arbeiten in österreichischen Sportartikelgeschäften. Insbesondere der touristische Sportfachhandel blickt nach einer starken Wintersaison 2025/26 zuversichtlich auf das Jahr 2026. Die Zahlen verdeutlichen: Der stationäre Handel bleibt ein wesentlicher Teil der heimischen Wirtschaftsleistung – getragen von Tourismus, einem starken Freizeitfokus der Bevölkerung und einer hochentwickelten Service- und Beratungskompetenz.

Umsatzentwicklung spiegelt Marktveränderungen – Branche bleibt im D-A-CH-Vergleich stark

2025 verzeichnete der Sportfachhandel einen moderaten Umsatzrückgang von 1,1 Prozent. Dieser spiegelt die Konsumzurückhaltung wider, die weite Teile des Handels betrifft. Gleichzeitig zeigt sich Österreich nach der Konsolidierungsphase wieder stabil – und im Pro‑Kopf‑Vergleich stärker als der deutsche Markt.

„Mit diesem Marktvolumen liegt Österreich pro Kopf sogar vor Deutschland. Im Schnitt gaben die Menschen in Österreich im Vorjahr 261 Euro im Sportfachhandel aus – in Deutschland waren es 166 Euro, bei einem Gesamtumsatz von rund 13,9 Milliarden Euro[1]. Das zeigt, wie wichtig Sport und Bewegung in unserem Land sind und wie stark die Branche in die Wertschöpfung eingebunden ist“, betont Michael Schineis, Sprecher des VSSÖ-Präsidiums.

Touristische Wertschöpfung als zentrales Erklärstück für Österreichs Stärke

Rund eine Milliarde Euro Umsatz werden im touristischen Sportfachhandel erwirtschaftet – zu 70 bis 80 Prozent durch internationale Gäste und bis zu 80 Prozent in den Wintermonaten Dezember bis März. Keine andere Region im D-A-CH-Raum weist einen derart hohen touristischen Anteil im Sportfachhandel auf.

„Wenn der internationale Wintergast Geld in Österreich ausgibt, dann kommt er am Sportartikelhandel nicht vorbei“, so Schineis. Der Sportfachhandel generiert damit eine Exportleistung im Inland: Wertschöpfung entsteht unmittelbar dort, wo sportliche Infrastruktur genutzt wird. Die Wintersaison 2025/26 unterstreicht diese Entwicklung durch gute Schneelage und hohe Auslastung.

Service und Individualisierung als unverzichtbare Bausteine der Zukunftsfähigkeit

Die starke Position des stationären Handels ist untrennbar mit seiner Service- und Werkstattkompetenz verbunden. Die Anpassung und Individualisierung von Sportgeräten – von Skischuhen bis hin zu E‑Bikes – ist ein Angebot, das Onlineanbieter nicht ersetzen können. Auch Reparaturen und Wartungsleistungen bleiben essenzielle Differenzierungsmerkmale. Sie schaffen Kund:innenbindung, regionale Wertschöpfung und eine langfristige Ertragsbasis.

Freizeitnutzung und E-Bike-Anteil stärken die Wertschöpfung im Fahrradsegment

Österreich weist den höchsten E‑Bike-Anteil im D-A-CH-Raum auf; rund 80 Prozent des Fahrradumsatzes entfallen auf E‑Bikes. Diese starke Position ist unmittelbar mit der Freizeit- und Tourismusnutzung verbunden – ein klarer Unterschied zu Deutschland und der Schweiz, wo Alltagsmobilität stärker im Vordergrund steht.

Gleichzeitig zeigt der hohe E‑Bike‑Anteil, dass sich in Österreich neben dem starken Freizeitmarkt auch langfristige Chancen für eine stärkere Alltagsnutzung ergeben – ein Thema, das für die Verkehrswende zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Ausbildung und neue Berufsbilder sichern die Zukunft 

Der Sportfachhandel ist ein stabiler Arbeitgeber – und eine der wenigen Handelsbranchen, die 2025 ein leichtes Wachstum bei den Beschäftigten verzeichnete. Rund 14.370 Menschen arbeiten in österreichischen Sportartikelgeschäften (+0,5 %). Mit insgesamt 525 Lehrlingen bleibt der Sport- und Fahrradfachhandel ein relevanter Ausbildungsbereich. Die technischen Lehrberufe Sportgerätefachkraft und Fahrradmechatroniker:in erweitern die klassische Einzelhandelslehre um Spezialisierungen, die Jugendliche früh an ihre sportnahen Interessen heranführen und ihnen langfristige Karrierewege eröffnen.

„Wir möchten fördern, dass Jugendliche sich früh auf ihre Hobbys spezialisieren können, sich technisch und kaufmännisch entwickeln und später sogar ein Masterstudium anschließen können. Das macht die Branche nicht nur zur interessanten Jobperspektive, sondern steigert nachhaltig die Beratungs- und Servicekompetenz im Handel“, erklärt Michael Nendwich, Sprecher des Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer Österreich und Geschäftsführer des VSSÖ.

Resilienz durch Profil, Service und Spezialisierung

Die Herausforderungen der vergangenen Jahre – Insolvenzen, Kostensteigerungen und strukturelle Veränderungen – zeigen deutlich, dass Zukunftsfähigkeit durch klare Positionierung entsteht. „Ein klares Profil mit einer klaren Zielgruppe, Fokus auf Dienstleistungen und Service, wie etwa Reparaturen oder Individualisierung von Sportgeräten, sind der Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Fachhandels“, so Nendwich. 

Der österreichische Sportfachhandel bleibt damit eine starke Säule der heimischen Wirtschaft: Er verbindet Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung, Tourismuskompetenz und technisches Know-how und zeigt, dass wirtschaftliche Stabilität auch in herausfordernden Zeiten möglich ist – durch Qualität, Service und die konsequente Weiterentwicklung eigener Stärken und Investition in Spezialisierung.


[1] Quelle: IFH Köln/BBE Handelsberatung im Auftrag des Verbands Deutscher Sportfachhandel e.V. (VDS) und Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI)

 

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