Österreichische Interessen in drei europäischen Rollen
Der VSSÖ ist auf europäischer Ebene über drei Organisationen aktiv:
· VSSÖ: Dachverband der österreichischen Sportartikelerzeuger und Sportartikelhändler
· FESI: Europäischer Verband der Sportartikelindustrie
· FEDAS: Europäischer Verband der Sportartikelhändler
Michael Nendwich bündelt diese Funktionen als Geschäftsführer des VSSÖ, Sprecher des Sportartikelhandels und des Fahrradfachhandels in der Wirtschaftskammer Österreich und seit Dezember 2025 Präsident der FESI und geschäftsführender Präsident der FEDAS. Zentrale Ziele sind dabei, die Erfolge Österreichs international sichtbar zu machen und ein geschlossenes Vorgehen auf europäischer Ebene zu ermöglichen. Davon profitieren Handel und Industrie gleichermaßen.
Sporttourismus breiter denken
Im Herbst 2026 standen Termine in Brüssel und Athen an. Im Mittelpunkt standen Sporttourismus als Teil des Binnenmarkts, europäische Sportförderung und die Frage, welche Rahmenbedingungen der österreichischen Sportartikelbranche helfen würden.
Bei der offiziellen Eröffnung der European Week of Sport wurde der aktuelle Eurobarometer präsentiert. Er zeigt, dass Bewegung und körperliche Aktivität an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig bleibt es eine zentrale Aufgabe, noch mehr Menschen zu erreichen.
Im Austausch mit Georg Häusler von der Europäischen Kommission wurden zwei Themen vertieft: die mögliche Weiterentwicklung einer European Week of Sport Winter und die neue europäische Strategie für nachhaltigen Tourismus.
Der VSSÖ hat in den vergangenen Monaten konsequent darauf hingewiesen, dass Sporttourismus breiter gedacht werden muss als über internationale Sportveranstaltungen und Großevents. Sport, aktive Freizeitgestaltung, Wintersport, Radfahren, Outdoor-Aktivitäten und die dafür notwendige Infrastruktur sind wesentliche Bestandteile des europäischen Tourismusangebots. Diese Sichtweise findet sich zunehmend in Definitionen und strategischen Unterlagen wieder.
Förderprogramme: Netzwerke entscheiden mit
Beim jährlichen Meeting der European Platform for Sport Innovation (EPSI) in Athen wurde erneut deutlich, wie kompetitiv europäische Förderprogramme geworden sind. Bei Erasmus+ Sport liegt die Erfolgsquote inzwischen unter drei Prozent. Das zeigt das große Interesse an europäischen Sportprojekten. Es zeigt aber auch, wie entscheidend professionelle internationale Netzwerke, starke Konsortien und klar definierte strategische Themen geworden sind.
Auf Initiative des VSSÖ wurde innerhalb von EPSI der neue Schwerpunkt „Sport & Tourism“ etabliert. Sporttourismus ist damit stärker in der europäischen Innovations- und Projektlandschaft verankert. In mehreren Ländern werden bereits mögliche gemeinsame Aktivitäten und Projekte entwickelt.
Dialog mit der EU-Kommission
Der direkte Austausch mit EU-Kommissar Glenn Micallef, der unter anderem für Sport zuständig ist, wird weiter vertieft. Er hat seine Teilnahme an einem Fußballturnier zugesagt und wird aktiv mitspielen. Dort treffen Teams aus Sportindustrie, Sporthandel, Europäischem Parlament und Europäischer Kommission aufeinander. Solche Begegnungen schaffen die Vernetzung, die europäische Sportpolitik und Sportwirtschaft brauchen.
Die FESI übergibt zudem über sie gesammelte Sportartikel für Kinder in der Ukraine an den ukrainischen Botschafter.
Sport und Tourismus als Teil des Binnenmarkts
„Sport und Tourismus sind nicht isolierte Bereiche, sondern wesentliche Bestandteile eines starken europäischen Binnenmarktes. Sport schafft Bewegung und Gesundheit, aber auch Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung, Tourismus, Innovation und wirtschaftliche Resilienz. Deshalb müssen Sport und Sporttourismus auf europäischer Ebene stärker als wirtschafts- und binnenmarktpolitische Themen verstanden und aktiv gefördert werden“, fasst Nendwich zusammen.
Was das für Betriebe bedeutet
· Früher Einblick: Sie erfahren frühzeitig, welche Themen auf EU-Ebene gesetzt werden, etwa Sporttourismus und die neue Strategie für nachhaltigen Tourismus.
· Zugang zu Projekten: Über den EPSI-Schwerpunkt „Sport & Tourism“ lassen sich Projekte in europäische Netzwerke einbringen.
· Gemeinsame Stimme: VSSÖ, FESI und FEDAS vertreten die Branche, bevor Regeln festgelegt werden.
Ausblick
Der strategische Workshop der FESI, der erste unter der neuen Präsidentschaft, legt die Prioritäten und Arbeitsschwerpunkte für die kommenden Monate fest. Ziel ist es, die Position der europäischen Sportindustrie gegenüber den europäischen Institutionen weiter zu stärken. Der VSSÖ wird die Ergebnisse für seine Mitglieder einordnen.
Die bisherige Arbeit auf internationaler Ebene zeigt Wirkung: bei konkreten europäischen Projekten ebenso wie bei der strategischen Positionierung von Sport, Sportindustrie und Tourismus.
Häufige Fragen
Was macht der VSSÖ auf EU-Ebene? Der VSSÖ vertritt die österreichische Sportartikelbranche und bringt deren Interessen über die europäischen Verbände FESI und FEDAS ein.
Was ist die FESI? Der europäische Verband der Sportartikelindustrie. Michael Nendwich ist seit Dezember 2025 Präsident.
Was ist die FEDAS? Der Europäische Verband des Sportfachhandels. Michael Nendwich ist dort geschäftsführender Präsident.
Was ist EPSI und welchen Schwerpunkt gibt es neu? EPSI ist die European Platform for Sport Innovation. Auf Initiative des VSSÖ wurde dort der Schwerpunkt „Sport & Tourism“ etabliert.
Warum ist Sporttourismus auch für den Sportfachhandel relevant? Wintersport, Radfahren, Outdoor-Aktivitäten und die nötige Infrastruktur sind Teil des europäischen Tourismusangebots und damit Teil des Marktes, in dem der Sportfachhandel tätig ist.