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VIEWS: Inklusives ehrenamtliches engagement im Sport

In vielen Sportorganisationen wächst das Bewusstsein dafür, dass freiwilliges Engagement inklusiver gestaltet werden muss. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass es in der Praxis noch zahlreiche Hürden gibt: fehlende Informationen, infrastrukturelle Barrieren, zu wenig Fachwissen und teilweise auch Unsicherheiten im Umgang mit inklusiven Freiwilligenstrukturen. Genau hier setzt das Erasmus+-Projekt VIEWS an. Ziel ist es, inklusives Volunteering im Sport nicht nur als gute Idee zu diskutieren, sondern mit konkreten Werkzeugen, Schulungen und praxistauglichen Materialien dauerhaft in regulären Sportorganisationen zu verankern.

Projekt & Zielsetzung

VIEWS steht für Volunteering for Inclusion and Empowerment with Sports. Das Projekt will Sportorganisationen dabei unterstützen, freiwilliges Engagement von Menschen mit Behinderungen besser zu ermöglichen, professioneller zu begleiten und langfristig als festen Bestandteil ihrer Strukturen zu etablieren. Gleichzeitig soll Menschen mit Behinderungen der Zugang zu freiwilligen Rollen im Sport erleichtert werden, damit sie ihre Kompetenzen einbringen, Sichtbarkeit gewinnen und aktiver Teil der Sportgemeinschaft sein können.

Das Projekt ist auf 36 Monate angelegt und wird von einem internationalen Konsortium aus acht Partnerorganisationen umgesetzt. Koordiniert wird VIEWS vom Centre Européen du Volontariat (CEV) in Belgien. Weitere Partner kommen aus Nordmazedonien, Rumänien, Polen, Österreich, Irland, Slowenien und Spanien. Inhaltlich ist das Projekt in mehrere Arbeitspakete gegliedert: Projektmanagement, Forschung und Ressourcenentwicklung für Volunteers, Forschung und Ressourcenentwicklung für Vereine und Organisationen, Testung in der Praxis sowie Kommunikation und Dissemination.

Geplant sind unter anderem ein Best-Practice-Research-Report, ein Starter-Kit für Volunteers, ein Trainings Kurs für Volunteers, ein Starter Kit für Clubs und Organisationen, ein Training Course für Clubs und Organisationen, Praxistests in Sportorganisationen sowie Kommunikations- und Disseminationsmaßnahmen.

Rolle des VSSÖ & Nutzen für die Branche

Für den VSSÖ ist VIEWS besonders relevant, weil der Verband im Projekt eine tragende Rolle bei der Entwicklung von Materialien für Sportorganisationen übernimmt. Im Grant Agreement ist der VSSÖ als Lead Partner von Work Package 3 vorgesehen: „Research and Resource Development for Clubs/Organisations“. In diesem Arbeitspaket geht es darum, Sportorganisationen mit Know-how und konkreten Hilfsmitteln auszustatten, damit sie Volunteers mit Behinderungen besser einbinden und inklusive Rahmenbedingungen schaffen können. Geplant sind dafür ein VIEWS Starter Kit für Clubs/Organisationen sowie ein entsprechender Training Course.

Der ergänzende WP3-Plan zeigt noch klarer, was das praktisch bedeutet: Es werden Bedarfe von Sportorganisationen erhoben, Hürden gesammelt, Expert:innen eingebunden, Inhalte strukturiert und daraus Module, Checklisten, Templates und weitere Materialien entwickelt. Der VSSÖ übernimmt dabei eine zentrale Rolle bei der Aufbereitung der Rückmeldungen und beim Schreiben des Starter Kits.

Für die Branche liegt der Mehrwert vor allem in der späteren Nutzbarkeit dieser Ergebnisse. Organisationen und Akteur:innen im Sportumfeld sollen auf konkrete, praxisnahe Hilfsmittel zugreifen können, um Inklusion im freiwilligen Engagement strukturierter und niederschwelliger umzusetzen. Das stärkt nicht nur einzelne Organisationen, sondern den Sportstandort insgesamt, weil inklusivere Strukturen mehr Teilhabe, mehr Sichtbarkeit und mehr Zukunftsfähigkeit ermöglichen. Was dem Sport hilft, hilft auch der Sportartikelbranche.

Ergebnisse / Erkenntnisse

Die bisher wichtigsten greifbaren Ergebnisse stammen aus Work Package 2. Mit dem Best Practices Research Report liegt bereits ein fundierter Überblick über erfolgreiche Ansätze für inklusives freiwilliges Engagement im Sport vor. Der Bericht dokumentiert Good-Practice-Beispiele aus mehreren europäischen Ländern und zeigt, welche Faktoren besonders wichtig sind, damit Menschen mit Behinderungen in freiwilligen Rollen im Sport wirksam eingebunden werden können. Im Zentrum stehen dabei Themen wie Empowerment, Zugänglichkeit, echte Teilhabe, langfristige Umsetzbarkeit und sinnvolle, nicht nur symbolische Aufgaben.

Besonders wertvoll ist, dass der Bericht nicht nur Beispiele sammelt, sondern klare Learnings ableitet: Inklusives Volunteering funktioniert dann am besten, wenn Barrieren bewusst abgebaut, Aufgaben an reale Stärken angepasst, Unterstützungsstrukturen mitgedacht und Menschen mit Behinderungen nicht nur mitgemeint, sondern aktiv eingebunden werden. Der Report macht damit deutlich, dass die größten Hürden oft nicht bei den Personen selbst liegen, sondern in Organisation, Zugänglichkeit, Kommunikation und Haltung.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis aus WP2 ist der bereits fertiggestellte Trainingskurs für ehrenamtliche Mitarbeitende. Laut Projektkonzept ist dieser Kurs als offenes, digitales Lernangebot mit vier Modulen, Selbstreflexion bzw. Selbstbewertung, Zertifikat und gamifizierten Elementen angelegt. Damit wurde eine wichtige Grundlage geschaffen, um Menschen gezielt auf freiwillige Rollen im Sport vorzubereiten und sie beim Einstieg in inklusives Engagement zu unterstützen.

Hier der Link zum Report: www.views-eu.org/resources

Nächste Schritte

Aktuell läuft im Projekt die inhaltliche Entwicklung der Ressourcen für Clubs und Organisationen. Laut WP3-Plan umfasst diese Phase Datenerhebung, Auswertung, Modulerstellung, Übersetzung, Website-Integration, Testing und Feedback sowie die Finalisierung der Outputs D3.1 und D3.2. Beide Ergebnisse sind für Oktober 2026 vorgesehen. Danach schließen sich die Pilotierung und Erprobung im Rahmen des nächsten Arbeitspakets an, bevor die Ergebnisse weiter verbreitet und in Konferenzen sowie Kommunikationsmaßnahmen in mehrere Länder getragen werden.

Die Ergebnisse sollen also nicht im Projekt verbleiben, sondern später aktiv weiterverwendet werden: als digitale Lerninhalte, als Starter Kits, als praxistaugliche Orientierung für Organisationen und als Grundlage für breitere Dissemination im europäischen Sportkontext.

Projektsteckbrief / Infos

  • Projekttitel: Volunteering for Inclusion and Empowerment with Sports
  • Akronym: VIEWS
  • Projektlaufzeit: 36 Monate
  • Förderprogramm: Erasmus+ Sport
  • Fördergeber: European Education and Culture Executive Agency (EACEA)
  • Koordination: Centre Européen du Volontariat (CEV), Belgien
    Partnerländer: Belgien, Nordmazedonien, Rumänien, Polen, Österreich, Irland, Slowenien, Spanien
  • Rolle des VSSÖ: Lead von WP3 „Research and Resource Development for Clubs/Organisations“ und Mitarbiet in allen anderen Teilen des Projekts

Call to Action

Aktuell werden Pilot-Tester:innen gesucht, die sich einbringen und den Trainingskurs absolvieren möchten. Gesucht sind Personen und Organisationen, die Interesse an inklusivem freiwilligem Engagement im Sport haben und den nächsten Projektschritt aktiv mitgestalten wollen. Die Pilotphase ist eine gute Gelegenheit, den Kurs frühzeitig kennenzulernen, praktische Rückmeldungen zu geben und damit zur Weiterentwicklung der VIEWS-Materialien beizutragen.

Für Mitglieder, Partnerorganisationen und interessierte Akteur:innen aus dem Sportbereich bietet sich hier die Möglichkeit, direkt von den Projektergebnissen zu profitieren und gleichzeitig eigene Erfahrungen einzubringen. Wer Interesse hat, den Kurs zu testen oder mehr über die nächsten Schritte im Projekt zu erfahren, kann sich gerne melden.

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