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Zwischenbilanz Fahrradsaison 2026

Blitzumfrage der ARGE Fahrradfachhandel unter 95 österreichischen Betrieben zeigt: Die Saison läuft - mit zwei klaren Treibern und deutlichen regionalen Unterschieden.

Die erste Hälfte der Fahrradsaison 2026 verlief im österreichischen Fahrradfachhandel positiv: 42 Prozent der befragten Betriebe melden ein besseres Gesamtgeschäft als im Vorjahr. Zugleich zeigen sich klare regionale Unterschiede - und zwei Entwicklungen, die den stationären Fahrradfachhandel zunehmend prägen: ein starkes Werkstatt- und Servicegeschäft sowie wachsendes Dienstradleasing.

Werkstatt als Rückgrat

Das Service- und Werkstattgeschäft ist 2026 der verlässlichste Stabilitätsfaktor im Fachhandel. 57 Prozent der Betriebe verzeichnen ein stärkeres Werkstattgeschäft als 2025, weitere 30 Prozent berichten von stabilen Umsätzen. Nur rund 12 Prozent sehen Rückgänge. Das Bild zieht sich durch nahezu alle Bundesländer – mit Spitzenwerten in Tirol (83 %), Niederösterreich (67 %) und Oberösterreich (61 %).

„Professionelle Werkstätten sind längst mehr als eine Ergänzung zum Verkauf. Sie sind zum Rückgrat des Fachhandels geworden", sagt Tom Streicher, Sprecher der ARGE Fahrradfachhandel. „Sie sichern Auslastung, binden Kund:innen langfristig und stabilisieren den Umsatz - gerade dann, wenn das Neugeschäft durch Wetter oder regionale Rahmenbedingungen schwankt. Investitionen in Servicequalität zahlen sich wirtschaftlich aus."

Die steigende Nachfrage nach Werkstattleistungen ist kein Zufall: Smartere E-Bike-Systeme, komplexere Antriebe und qualitätsbewusstere Kund:innen treiben den Servicebedarf. Wer hier kompetent aufgestellt ist, hat einen strukturellen Vorteil.

Dienstradleasing: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

84 Prozent der befragten Betriebe bieten Dienstradleasing an – der Kanal ist im Fachhandel breit etabliert. 59 Prozent berichten von einem positiven Einfluss auf ihr Geschäft. Gleichzeitig sehen 64 Prozent noch deutliches Potenzial: Bei verbesserten rechtlichen, steuerlichen und administrativen Rahmenbedingungen erwarten sie einen zusätzlichen positiven Effekt.

Der Bundesländervergleich macht den Unterschied sichtbar: In Vorarlberg, Oberösterreich und Niederösterreich – wo Rahmenbedingungen klar und praktikabel sind – ist Leasing bereits fest im Geschäftsmodell verankert. In der Steiermark hingegen sehen aktuell nur 50 Prozent einen positiven Effekt, gleichzeitig erwarten 75 Prozent einen deutlichen Schub, sobald die Rahmenbedingungen stimmen.

„Dienstradleasing ist längst kein Spezialthema mehr, sondern ein wichtiger Umsatztreiber für viele Fachhändler:innen", sagt Michael Nendwich, Sprecher des Sportartikelhandels in der Wirtschaftskammer Österreich. „Die Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Betriebe erwarten bei klareren Rahmenbedingungen einen zusätzlichen Schub. Das ist ein starkes Signal an Politik und Verwaltung – und ein klarer Auftrag, die Leasingmodelle in allen Bundesländern praxistauglich zu gestalten."

E-MTB, Gravel, Trekking, Rennrad: Die Nachfrage im Handel bestätigt, was 2025 bei der Industrie bestellt wurde

Die Fahrradverkaufszahlen 2025 der Industrie an den österreichischen Fachhandel haben gezeigt, wohin die Reise geht: Die Kategorien, die 2025 in den Verkaufszahlen der Industrie an den Handel am stärksten gewachsen sind – Gravel-Bikes (+48 %), E-Bikes Trekking/SUV (+18 % auf über 100.000 Stück), Kinderfahrräder (+9 %) – sind genau jene, nach denen Kund:innen 2026 im Geschäft fragen. Der Einkauf des Handels bei der Industrie wird durch die Nachfrage im Laden bestätigt.

  • E-MTB: 56 Prozent der Betriebe nennen E-Mountainbikes als besonders gefragt – in Tirol sogar 100 Prozent
  • Gravel-Bikes (mit und ohne Motor): 48 Prozent – die Dynamik aus 2025 setzt sich fort
  • E-Bike Trekking / SUV: 42 Prozent – vielseitige Alltagsräder bleiben stark nachgefragt
  • Rennräder: 32 Prozent der Betriebe berichten von deutlicher Nachfrage

Kinder- und Jugendräder sowie Cargo-Bikes ergänzen das Sortiment – mit regionalem Gewicht, etwa E-City-Bikes in der Steiermark (75 %). 

Ausblick: verhalten, aber nicht pessimistisch

Für die zweite Saisonhälfte erwarten 30 Prozent der Betriebe einen besseren Verlauf als 2025, 30 Prozent einen ähnlichen und 38 Prozent rechnen mit einer schwächeren zweiten Hälfte. Tirol und Niederösterreich blicken am optimistischsten in die zweite Saisonhälfte, Vorarlberg, Wien und Salzburg zeigen die verhaltensten Erwartungen.

„Die Saison 2026 zeigt, was den stationären Fachhandel wirklich trägt: nicht der Boom, sondern die Kompetenz", sagt Streicher. „Wer in Werkstatt und Service investiert hat, steht heute stabiler da – unabhängig davon, wie das Wetter war oder wie die Kauflaune in der Region ist."

 

Foto: VELLO

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