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Neuerungen bei den Ski-ISO-Normen (ISO 11088 und ISO 13993):

Das ist kommende Saison zu beachten

Seit Jahren arbeitet der VSSÖ daran, die Normen für Ski-Systeme an die aktuellen technischen Entwicklungen anzupassen und praktikabler für den Sportfachhandel zu gestalten. Sowohl der Handel als auch die Skiverleiher sind mit steigenden Kosten und einem sehr kompetitiven Umfeld konfrontiert. Zum Beispiel ist für den Skiverkauf Verkauf die Tibiamethode nicht mehr zeitgemäß oder die vorsaisonale Überprüfung im Skiverleih bedeutet für viele Händler einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand.

Bereits im vorigen Jahr wurde die ISO Norm 11088 zum Vorteil des Handels erneuert.

Die Änderungen sind:

  • Wegfall der Tibia Methode
  • Stärkere berücksichtigung der Kundenwünsche was die Auslösung der Bindung betrifft
  • Die Toleranzbereiche bei der Bindungsüberprüfung wurden einheitlich wie folgt definiert:
    • Inspektionstoleranz: Eine Zeile oberhalb bzw. unterhalb des Sollwertes laut ISO-Einstelltabelle
    • Korrekturgrenzwert: Zwei Zeilen oberhalb bzw. unterhalb des Sollwertes laut ISO-Einstelltabelle
  • Zusätzliche Daten müssen schriftlich festgehalten werden:
    • Modell Skishuh
    • Sohlentyp
    • Angabe bezüglich Eigentums von Ausrüstungsteilen

Zusätzlich, Aufgrund der vielen Rückmeldungen seitens Handels, hat der VSSÖ am 18.9.2014 einen Antrag auf Änderung der ISO 13993 eingebracht und nach fast fünfjähriger intensiver Arbeit und in enger Zusammenarbeit mit Industrie, der Wirtschaftskammer Österreich, der Zentrale von Intersport und der Unterstützung von Wintersteiger ist es uns gelungen, nachstehende Änderungen zu erwirken:

Bild: Montana

  • Der Anwendungsbereich wurde klar definiert und gilt nicht für Tourenmaterial, sondern nur für alpine Skischuhe und alpine Skibindungen.
  • Der Begriff der Saisonmiete wurde aufgenommen und definiert: Verleihung über 15 Tage werden nicht als Verleihvorgang betrachtet und müssen nach ISO 11088 geprüft werden.
  • Die vorsaisonale Überprüfung wird deutlich erleichtert bei der Überprüfung von neuem Material mit Systembindungen. Das bedeutet, dass von der gesamten Anzahl der neuen Systeme (Ski + Bindung) nur 5 % getestet werden müssen. Es müssen allerdings mindestens 16 und maximal 80 Skisysteme getestet werden. Voraussetzungen hierfür ist aber, dass die Systeme (Bindung + Ski) nur mit normgerechten Skischuhen laut ISO 5355 verwendet werden. Der Test wird wie bisher mit einem Referenzschuh durchgeführt. Für alle gebrauchten System bleibt die umfassende Überprüfung aller Bindungen mit einem Referenzschuh aufrecht.
  • Die Verweise in der Tabelle beziehen sich auf die aktualisierte Lehrunterlage „Sportmonteur für Skibindungen“. Diese bekommen alle TeilnehmerInnen im Rahmen unserer Kurse „Sportmonteur für Skibindungen“ und kann auch im VSSÖ-Büro um € 49,–/Stück bestellt werden. VSSÖ-Mitglieder zahlen € 29,–/Stück.

Bild: Montana

Tabelle 1 – Testverfahren für austauschbare Systeme
Bindungen NEUE von den Herstellern vormontierte oder NEUE originalverpackte Systembindungen Alle GEBRAUCHTEN Bindungen oder NEUE aber nicht von den Herstellern vormontierte Bindungen und Platten
Überprüfung der Stichprobe mit einem Referenzschuh (siehe Kapitel 5.2 der Lehrunterlegen „Sportmonteur für Skibindungen“)
Reduzierter Stichprobenumfang: ≥ 5%, mindestens 16 und maximal 80 Stück (siehe Kapitel 5.2.2 der Lehrunterlegen „Sportmonteur für Skibindungen“)
Inspektion (siehe Kapitel 5.1.2 der Lehrunterlegen „Sportmonteur für Skibindungen“)
Schuhe NEU GEBRAUCHT
Inspektion der Schuhe mittels vorsaisonaler Schuhstichprobe (siehe Kapitel 5.1.4 und 5.1.5 der Lehrunterlegen „Sportmonteur für Skibindungen“) Inspektion der Schuhe mittels vorsaisonaler Schuhstichprobe (siehe Kapitel 5.1.4 und 5.1.5 der Lehrunterlegen „Sportmonteur für Skibindungen“)