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Neuer Lehrberuf in der Sportartikelbranche:

Die „Sportgerätefachkraft“ oder der Sportgerätetechniker

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Berufsbild

Sportgerätefachkräfte sind für die technischen Arbeiten rund um Sportgeräte aller Art und für Beratung von Kundinnen und Kunden und dem Verkauf im Sportartikelfachhandel zuständig.

Sie montieren, warten und reparieren Sportgeräte, wie z. B. Skier, Fahrräder, Trainings- und Fitnessgeräte, Rollerskates.

Im Handel beraten Sportgerätefachkräfte Kundinnen und Kunden über Eigenschaften, Einsatzmöglichkeiten und die sichere Anwendung sowie die Pflege von Sportgeräten und verkaufen diese. Das Anpassen der Geräte an die Bedürfnisse und Wünsche der Kundinnen und Kunden gehört ebenfalls zu den Tätigkeiten.

Sportgerätefachkräfte sind in spezialisierten Fachgeschäften (z. B. Berg-, Wasser- oder Radsport) oder in Filialen von Sporteinzelhandelsketten mit breitem Sortiment tätig.

Tätigkeitsprofil

Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Sportgerätefachkraft ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich ausführen zu können:

  1. Zielgerichtete Kundenbedarfserhebung unter Berücksichtigung des Warensortiments.
  2. Beraten von Kundinnen und Kunden über die Funktion und Anwendungsweise von Sportartikeln und Sportgeräten des Sommer- und Wintersports (In- und Outdoor).
  3. Einstellen und Anpassen von Sportartikeln und Sportgeräten des Sommer- und Wintersports (In- und Outdoor) an Kundinnen und Kunden unter Beachtung körperlicher Gegebenheiten von diesen.
  4. Beraten von Kundinnen und Kunden über die Pflege und den Servicebedarf von Sportartikeln und Sportgeräten des Sommer- und Wintersports (In- und Outdoor) und über die fachgerechte Verwendung von Pflegemitteln.
  5. Mitwirken beim Gestalten und Darbieten des Warenangebotes im Shop, beim Betreuen des Internetauftrittes, beim Einsatz digitaler Medien sowie Beantworten von Kundenanfragen im Shop und online.
  6. Suchen und Analysieren von Fehlern und Störungen an Sportgeräten des Sommer- und Wintersports (In- und Outdoor) und Anbieten von Reparaturvarianten (Preiskalkulation)
  7. Servicieren, Reparieren und Montieren von Sportartikeln und Sportgeräten des Sommer- und Wintersports (In- und Outdoor).
  8. Überprüfen, Warten, Instandsetzen sowie Demontieren und Montieren von Sportartikeln und Sportgeräten des Sommer- und Wintersports (In- und Outdoor).
  9. Ausrüsten oder Umrüsten von Sportgeräten mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen oder Zusatzgeräten
  10. Beraten von Kunden/innen über Versicherungsmöglichkeiten für Sportartikel und Sportgeräte
  11. Anlegen von Service- und Materialdokumentationen über die Arbeitsabläufe auch unter Verwendung rechnergestützter Systeme
  12. Ausführen von Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheits- und Umweltschutzvorschriften sowie von Normen und Qualitätsstandards.

Drei Lehrjahre im Überblick

Eine Sportgerätefachkraft erhält sowohl eine kaufmännische als auch technische Ausbildung. Sie sind der/die TechnikerIn im Fachhandel! Das Beste daran: Alles dreht sich um Sport! SportartikeltechnikerInnen sind die ersten die die neuesten Trendprodukte im Sportfachhandel miterleben und auch wissen, wie diese gewartet, montiert und repariert werden.

Erstes Lehrjahr

Kollektivvertraglich festgelegtes Mindestgehalt: 700 EUR Brutto
Im ersten Lehrjahr werden Grundkenntnisse über die Branche, den Betrieb und die Sportartikel und Sportgeräte vermittelt:

  • Bedeutung und die Struktur des Sportartikelhandels
  • Wie ist mein Lehrbetrieb organisiert
  • Allgemeinwissen wird fachspezifisch vertieft, es wird im Team gearbeiten um die Fortschritte des Erlernten einschätzen zu können
  • Ermittlung des Warensortiments, Mängel werden identifiziert und man lernt wie das Lager organisiert ist
  • Erlernen von grundlegenden betriebswirtschaftlichen Begriffe und Kennenlernen der rechtlichen Grundlagen vom Verkauf
  • Der Lehring lernt, wie man sich einem Kunden oder einer Kundin gegenüber richtig verhält
  • Erfahrenen MitarbeiterInnen wird über die Schulter geschaut wie Sportgeräte eingestellt, angepassen, gewartet und repariert werden. Teilweise wird mitgeholfen.
  • Der Lehrling weißt, wie Sportgeräte funktionieren, wie man Werkzeug benutzt, wie man Störungen findet und welche Sicherheitsbestimmungen es gibt

Zweites Lehrjahr

Kollektivvertraglich festgelegtes Mindestgehalt: 900 EUR Brutto
Im zweiten Lehrjahr vertieft der Lehrling sein Wissen und und hilft erfahrenen MitarbeiterInnen dabei, KundInnen zu beraten und Sportgeräte zu servicieren:

  • Man kontrolliert Bestellvorgänge, man weiß wie der Wareneinkauf organisiert ist und man hilft bei der Inventur
  • Der Lehrling hilft bei der Durchführung von Beratungsgesprächen und lernt, wie man den individuellen KundInnenbedarf herausfindet und wie man sie fachgerecht berät
  • Man lernt welche Schritte bei der Wartung von Sportgeräten durchgeführt werden und kann die Arbeitsschritte dementsprechend planen
  • Man lernt welche Werkzeuge zur Reparatur genutzt werden und wie man sie verwendet
  • Man kann die ersten Fehleranalysen bei defekten Sportartikeln durchführen und hilft mit, die Fehler zu beheben
  • Der Lehrling kann sich einem Kunden oder einer Kundin gegenüber richtig verhalten
  • Man wirkt bei der Servicierung von Sportgeräten mit und lernt wie man elektronische Bauteile instand setzt
  • Man hilft bei der Beantwortung von Anfragen auf Social-Media-Kanälen und digitalen Medien

Drittes Lehrjahr

Kollektivvertraglich festgelegtes Mindestgehalt: 1.150 EUR Brutto
Im dritten Lehrjahr wird das erlernte Wissen aus den vergangenen zwei Lehrjahren selbstständig angewendet:

  • Man kann in einem Gespräch mit einem Kunden/einer Kundin ihren Bedarf gezielt erheben und man achtet dabei darauf, welche Produkte im Sortiment des Lehrbetriebs sind
  • Der Lehrling weiß, wie man KundInnen die Funktionsweise und die Pflege von Sportgeräten selbstständig erklärt – und das auch auf Englisch
  • Man kann Sportartikel je nach körperlichen Gegebenheiten den KundInnen einstellen und anpassen
  • Man wirkt bei der Gestaltung und Darbietung des Warenangebots im Shop mit, hilft beim Einsatz von digitalen Medien und kannt Online-Anfragen beantworten
  • Man kann Fehleranalysen bei Störungen an Sportgeräten selbstständig durchführen und Mängel beheben
  • Man kennt sich bei Versicherungsmöglichkeiten von Sportgeräten aus und kann KundInnen darüber aufklären
  • Der Lehrling berücksichtigt bei seiner Arbeit einschlägige Sicherheitsstandards, Umweltschutzvorschriften, Normen und Qualitätsstandards

Weiterführende akademisch Ausbildungen:

Fertig ausgebildete Sportartikelfachkräfte haben die Möglichkeit auch ohne Matura auf dem Technikum in Wien oder der FH Wien eine weiterführende akademisch Ausbildung auf universitärem Niveau zu machen.

MSc Sporttechnologie

An der Technikum Wien Academy kannst du den technischen Schwerpunkt deiner Lehre berufsbegleitend akademisch vertiefen – damit steht der Entwicklung von Sportgeräten nichts mehr im Weg! (3 Semester Akademische Sporttechnologin/Akademischer Sporttechnologe + 1 Semester Master Lehrgang)

MSc Handelsmanagement

An der Berufsakademie Handel lernst du innerhalb von 4 Semestern (2 Semester Akademische/r Handelsmanager/in + 2 Semester MSc Handelsmanagement) die wichtigsten Kompetenzen für die Unternehmensführung im Handel – berufsbegleitend und ohne Matura!